BTS sind zurück, und ihr Comeback 2026 beginnt mit einem Paukenschlag: Bei den American Music Awards in Las Vegas räumten sie alle drei Kategorien ab, für die sie nominiert waren – darunter Artist of the Year und Song of the Summer für „Swim“. Dieses Ereignis markiert nicht nur die Rückkehr der siebenköpfigen K-Pop-Formation nach der Militärdienstzeit aller Mitglieder, sondern unterstreicht auch ihre ungebrochene globale Dominanz. Was die Gruppe so besonders macht, sind die sieben sehr unterschiedlichen Menschen dahinter. Jeder Einzelne bringt eigene Talente, Persönlichkeiten und künstlerische Visionen mit, die zusammen ein einzigartiges Kollektiv formen. Im Folgenden werden die sieben Mitglieder mit ihren besonderen Merkmalen, Soloprojekten und ihrem individuellen Beitrag zum BTS-Universum vorgestellt.
RM: Der Anführer mit den offenen Worten
Den Anfang macht RM, bürgerlicher Name Kim Nam-joon, als Leader der Gruppe. Er ist die intellektuelle Stimme von BTS, ein Rapper und Autor, der sich zwischen Pop-Inszenierung und echtem künstlerischem Anspruch bewegt. Zwei Soloplatten hat er bereits veröffentlicht: „Indigo“ (2022) und „Right Place, Wrong Person“ (2024), die beide international gefeiert wurden. Seine Musik zeichnet sich durch tiefgründige Texte aus, die häufig philosophische Fragen und gesellschaftliche Themen aufgreifen. Auch über Selbstzweifel, Druck und seine schwierige Zeit beim Militär spricht RM offen. Im Interview mit dem „Rolling Stone“ thematisierte er im April seine Krise im Jahr 2025: „Körperlich bin ich raus, aber mental gestehe ich mir einfach diesen grundlegenden Kummer ein. Ich weiß nicht, wie man ihn nennt, aber er ist immer da, irgendwo in meinem Herzen.“ Solche Aussagen machen ihn zu einer authentischen Figur, die auch abseits der Bühne eine Vorbildfunktion einnimmt. RM ist nicht nur musikalisch, sondern auch intellektuell ein Aushängeschild der Gruppe; er spricht fließend Englisch und vertritt BTS häufig in internationalen Medien.
Jin: Der Entertainer
Jin, Kim Seok-jin, ist mit 33 Jahren das älteste BTS-Mitglied – und womöglich das publikumsnächste. Er hat allem voran immer die Fans im Blick. Wie sehr, zeigt eine Anekdote, die er dem „Rolling Stone“ erzählte: Die ursprünglich auf vier Monate angelegte Comeback-Tour streckte er auf ein ganzes Jahr, weil er das Gefühl hatte, die Fans bräuchten mehr. Neben seiner Bühnenarbeit bei BTS ist er in der koreanischen Netflix-Variety-Show „Kian’s Bizarre B&B“ zu sehen – einem Skurrilitätsfest, das sein Image als leicht ironischer, aber immer gutgelaunter Entertainer weiter geschärft hat. 2022 veröffentlichte Jin die Solo-Single „The Astronaut“, die in Zusammenarbeit mit Coldplay entstand und die Spitze der Charts erreichte. Sein Humor und seine Warmherzigkeit machen ihn zu einem der beliebtesten Idole in der K-Pop-Welt. Zudem engagiert er sich stark für wohltätige Zwecke, unter anderem als UNICEF-Botschafter.
Suga: Der stille Produzent
Suga, bürgerlicher Name Min Yoon-gi, ist das stille Gegenstück. Nach außen zurückhaltend, musikalisch aber einer der prägendsten kreativen Köpfe, die BTS hat. Bevor er 2013 mit der Gruppe debütierte, arbeitete er bereits als Underground-Rapper und Produzent. Viele Songs tragen seine Handschrift – er rappt, schreibt und produziert. Als Solokünstler veröffentlicht er Musik unter dem Pseudonym Agust D, ein Wortspiel aus „Suga“ rückwärts und „DT“ für seine Heimatstadt Daegu Town. Die Themen seiner Solotitel sind selten leicht: Leistungsdruck, psychische Belastung, der Preis des Erfolgs. Seine Alben „D-2“ (2020) und „D-Day“ (2023) wurden von Kritikern hochgelobt und behandelten soziale und persönliche Konflikte. Suga war zudem als Produzent für andere Künstler tätig, darunter Psy und die Gruppe BTS selbst. Sein Einfluss auf die Musikproduktion im K-Pop ist immens; er gilt als einer der talentiertesten Songwriter seiner Generation.
J-Hope: Der Tänzer
J-Hope, Jung Ho-seok, ist der Energiebringer der Gruppe – tänzerisch, physisch, energisch. Er war schon vor BTS in einer Streetdance-Crew aktiv, und das sieht man: Wenn er auf der Bühne steht, zieht er die Dynamik nach vorne. Auch als Solokünstler ist er aktiv und verbindet dabei Stile von Hip-Hop bis Pop. Sein Soloalbum „Jack In The Box“ (2022) zeigte eine dunklere, experimentelle Seite, während die Single „On the Street“ (2023) mit J. Cole eine Brücke zwischen K-Pop und amerikanischem Hip-Hop schlug. J-Hope war auch das erste BTS-Mitglied, das als Headliner eines großen US-Festivals (Lollapalooza 2022) auftrat – ein Meilenstein für die Gruppe. Sein Tanzstil zeichnet sich durch explosive Bewegungen und präzises Timing aus, was ihn zu einem der besten Tänzer im K-Pop macht.
Jimin: Der Emotionsträger
Jimin kam als letzter der sieben zu BTS. Sein Tanzstil wurzelt im Contemporary Dance, was seine ausdrucksstarken Bewegungen bis heute prägt. Er ist in der Gruppe oft derjenige, dem die emotional anspruchsvollsten Gesangsparts zufallen. International machte er von sich reden, als sein Song „Like Crazy“ die US-Billboard-Hot-100 anführte – als erster Song eines koreanischen Solokünstlers überhaupt. Das dazugehörige Album „FACE“ (2023) beschäftigte sich mit Identität und Selbstfindung und wurde für seine künstlerische Tiefe gelobt. Jimin ist bekannt für seine intensive Bühnenpräsenz, die oft eine Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke vermittelt. Seine Tanzfähigkeiten, gepaart mit einer silbrigen Stimme, machen ihn zu einem der vielseitigsten Performer der Gruppe. Auch privat engagiert er sich für soziale Projekte, darunter die Unterstützung von Bildungseinrichtungen.
V: Die Kunstfigur
V, Kim Tae-hyung, ist der Stilist unter den sieben. Bei ihm greifen Mode, Pop und Schauspiel ineinander. Seine tiefe Stimme sticht im K-Pop-Umfeld heraus. Entdeckt wurde er fast zufällig: Er begleitete ursprünglich einen Freund zu einem Vorsingen, wurde dort selbst gecastet und landete schließlich bei BTS. Seine Soloprojekte bewegen sich fernab des typischen Bandklangs, in Richtung ruhiger Pop-, R&B- und Jazzeinflüsse. Sein Debütalbum „Layover“ (2023) vereint sanfte Melodien mit introspektiven Texten. Dazu ist er leidenschaftlicher Fotograf und gilt als ausgeprägter Ästhet. V hat außerdem in mehreren koreanischen Dramen mitgespielt, zuletzt in „Our Beloved Summer“ (2021), was ihm auch schauspielerische Anerkennung einbrachte. Seine künstlerische Vielseitigkeit und sein charismatisches Auftreten machen ihn zu einer Ikone jenseits der Musik.
Jungkook: Der Jüngste
Jungkook, 28, schließlich ist das jüngste Mitglied – und für viele der vollständigste Allrounder der Gruppe. Gesang, Tanz, Performance, Sport, kreative Arbeit hinter den Kulissen: Der Spitzname „Golden Maknae“, also das goldene Nesthäkchen, trifft es gut. Als Solokünstler knüpfte er mit seinem Album „Golden“ (2023) direkt an diesen Spitznamen an; Songs wie „Seven“ (feat. Latto) und „Standing Next to You“ wurden zu internationalen Erfolgen und erreichten die Spitze der Billboard-Charts. Er ist der, der am leichtesten im globalen Mainstream landet. Jungkook zeichnet sich durch eine makellose Technik in allen Disziplinen aus: Sein Gesang ist kraftvoll und vielseitig, sein Tanzstil energetisch und präzise, und er beteiligt sich auch an der Musikproduktion. Er hat außerdem eine große Fangemeinde, die ihn für seine Bodenständigkeit und seinen Fleiß schätzt. Trotz seines jungen Alters hat er bereits eine beachtliche Solokarriere aufgebaut, die ihn als eigenständigen Künstler etabliert.
BTS hat mit ihrem Comeback 2026 erneut bewiesen, dass sie nicht nur eine Boygroup, sondern ein kulturelles Phänomen sind. Die sieben Mitglieder – jeder mit eigenen Stärken und Träumen – formen zusammen eine Einheit, die weltweit Millionen inspiriert. Ihre individuellen Soloprojekte haben das Spektrum der Gruppe erweitert und zeigen, dass hinter dem Erfolg harte Arbeit, Kreativität und tiefe Menschlichkeit stecken. Die American Music Awards waren nur der Anfang; weitere Rekorde und Meilensteine werden zweifellos folgen.
Source: gala.de News